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Ceterum censeo: Wir brauchen ein Tempolimit!

Gerade kam es in den Nachrichten: Ein 5-jähriger Junge starb, weil offenbar ein Porsche-Fahrer auf der Autobahn seine PS nicht im Zaum halten konnte. Es wundert kaum, dass der mutmaßliche Unfallverursacher dann auch Fahrerflucht beging…

Bei solchen Momenten stellt sich unbändiger Hass auf solche Typen ein. Typen, die vollkommen rücksichtslos ihren fahrenden Potenz-Ersatz zur Waffe machen. Typen, denen ganz offensichtlich die Reife fehlt, verantwortungsbewusst ein Fahrzeug zu lenken.  Egal ob Marke “PS-Proll”, der seine letzten Kröten ins Auto steckt oder Typ “erfolgreicher Geschäftsmann”, der seine Haifisch-Allüren aus dem Job mit ans Steuer nimmt.

“Freie Fahrt für freie Bürger” würde voraussetzen, dass der freie Bürger auch nur dann ungehemmt auf das Gaspedal drückt, wenn es die Verkehrssituation erlaubt. Nur ist das eben nicht so.

Klar fahre auch ich gerne schnell. Aber wenn ich wirklich ehrlich bin, fahre ich auf Autobahnen mit Tempolimit eigentlich deutlich entspannter. Ich muss nicht auf enorme Tempo-Unterschiede achten.
Und wer kennt das nicht? Kaum ist das Limit aufgehoben, zieht jeder nach Links und schon müssen alle runter vom Gas. Dann wird rechts überholt, wild gedrängelt, jede Lücke dicht gemacht – kurz: der Kampf um den imaginären ersten Platz geht weiter.

5 Kommentare zu “Ceterum censeo: Wir brauchen ein Tempolimit!”

  1. Niklas sagt:

    Ganz Deiner Meinung – mich erinnert die politische Lobby, die sich gegen ein Tempolimit einsetzt, immer sehr stark an die Waffenlobby in den USA.

  2. JC sagt:

    Ja, es sind Parallelen feststellbar. Die Automobil-Lobby hat es auch ganz gut verstanden, angeblich gefährdete Arbeitsplätze an die Wand zu malen. Und das Märchen, deutsche Autos verkauften sich nur deshalb in aller Welt weil wir kein Autobahn-Tempolimit haben, ist scheinbar überzeugend genug…

  3. Marian sagt:

    Jo, erst heute wieder. Und ein lieber Kollege muß seine Pappe bald für mindesens sechs Monate abgeben, weil ein borderlinegestörter Fahrer ihn über bald 15 Kilometer links auf 80 km/h ausbremste, während rechts frei war.
    Als ihm ob dieser offenkundigen Nötigung die Hutschnur hochging und er dann doch rechts überholte, kriegte er eine Anzeige rein wegen zu ziemlich allem (bis zu gefährlichem Eingriff). Da Familie an Bord, hatte der sogar Zeugen für seine Version.

    Ok, auch so kann man die Agressionen rauslassen.

    Daß man wirkliche Agressivität mit Tempolimits bremst, wage ich zu bezweifeln, auch Fahrerflucht ist ja bereits angemessen bedroht, um im Beispiel zu bleiben. Und bei Nässe haben wir Limits auf 80km/h und wie wird gefahren? Auf den mir vertrauten Autobahnen sind fast durchgehende Limits auf 120/100, aber es hält sich einfach keiner ran.

    Das eigentliche Problem scheinen mir wie so oft also nicht die Beschränkungen als solche zu sein, sondern die mangelnde Erfassung der Verstöße zwecks Durchsetzung, am Ende.

    Wobei ein einheitliche Limit helfen würde, Agressionen abzubauen, denn zwischen Schilderzahl und Gemütszustand des Fahrers besteht der Literatur nach ein meßbarer, übler Zusammenhang.

  4. JC sagt:

    Natürlich lösen Tempolimits nicht die Probleme der Leute, die Ihr Auto als Nötigungsinstrument missbrauchen. Gesetze sind kein Therapeutikum. Die verhinderten Fangios fühlen sich ja – wie die gescheiteren Ober-Lämpels – im Recht.

    Klar, ein einheitliches Limit wäre der bessere Ansatz und natürlich müssen Verkehrsregeln – bzw. deren Einhaltung – kontrolliert werden. Wobei jene Raser, die bei ‘nem 120er-Limit über 160 fahren, ja auch schon eher selten sind.

    Wenn das Tempolimit nur bereits die Geschwindigkeitsunterschiede reduziert und somit manch Unfall weniger folgenschwer ausfällt, wäre uns schon geholfen.

  5. ME sagt:

    Ja, herbei mit noch einem Gebot/Verbot/Gesetz

    Da gäbe es noch:

    Winterreifenpflicht im Winter ?
    Trockenreifenpflicht bei Trockenheit ?
    Regenreifenpflicht bei Nässe ?

    Wintermantelpflicht bei Kälte ?
    Bettbleibepflicht bei Schnupfen ?

    Filterpflicht bei Blähungen ?

    Geschwindigkeitslimit in Fußgängerzonen ?
    Hüpfverbot für Kinder ?

    Macht diese Welt sicherer, schafft endlich diese unerträgliche Unsicherheit der Existenz ab …
    Die wahren Abenteuer sind hinter Schloss und Riegel.

    … und was man mit Weblogs alles anrichten kann, .. grausig.

    Bleiben wir alle im Mauseloch, … zu Sicherheit.

    :-)

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