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Tübigens OB fährt Toyota

Die bundesdeutsche Automobilindustrie versagt. Kläglich. Und das ständig. Und heute wieder.

Ich meine nicht das derzeitige Katzengejammer über brüsseler Forderungen. Ein Gejammer, was ärgerlich ist, weil die Selbstverpflichtung der Industrie (wie so oft) nicht eingehalten wurde und es deswegen nur konsequent ist, dass Brüssel die Einhaltung der Versprechungen einfordert. Ein Gejammer, dass auch deswegen ärgerlich ist, weil mal wieder die angeblich gefährdeten Arbeitsplätze ins Feld der Nullargumentation geführt werden und sich so manch Politiker vor den Karren – oder soll ich sagen: Geländewagen der gehobenen Luxusklasse? – spannen lässt.

Klammer: Mit dem Verlust von Arbeitsplätzen wird ohnehin ständig gedroht. Bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten. Wenn die Argumente ausgehen, kommt das. Wie das Amen in der Kirche. Ich wundere mich, dass sich Politiker davon wirklich noch beeindrucken lassen.

Nein, ich habe es auch nicht vom Rußpartikelfilter, den die Franzosen von PSA (Peugeot-Citroen) erfinden mussten – und anstatt sich auf die Hinterbeine zu stellen, gingen deutsche Autobauer zu Kanzler Schröder heulen. Während sogar der ADAC – nicht gerade für seine Abneigung gegen heimische Fabrikate berühmt – sich gezwungen sah, über die Unfähigkeit der deutschen Produzenten zu schimpfen!

Noch ‘ne Klammer: Der Katalysator wollte der Auto-Lobby damals auch sehr lange nicht schmecken. Obwohl man Kat-Fahrzeuge für die USA produzierte, wohlgemerkt.

Ich habe es von der Schmach für deutsche – und insbesondere schwäbische – Hersteller, dass der (grüne) Oberbürgermeister von Tübingen sich für einen Toyota Prius mit Hybridantrieb statt des üblichen Mercedes als Dienstwagen entschieden hat.

Ließe sich – durch entsprechend überdachte Werbekampagnen begleitet – nicht auch mit hochwertigen und umweltfreundlichen Modellen gutes Geld verdienen? Oder geht das wirklich nur mit übermotorisierten Geländewagen der oberen Luxusklasse, wie uns glauben gemacht werden soll?

Letzte Klammer: http://www.sprayonmud.de/. Für die SUV-Fahrer unter meinen Lesern ;-)

4 Kommentare zu “Tübigens OB fährt Toyota”

  1. Diana sagt:

    Och, Lexus hat da einen seeeeehr schicken SUV mit Hybridmotor im Angebot – der Beweis, das es eben sehr wohl auch anders geht. Wenn es denn unbedingt ein großes Auto sein muss. Lexus RX 400h.

  2. JC sagt:

    Tja… früher wurde Lexus in der deutschen Presse belächelt. “Japanische Mercedes-Kopien für den US-Markt” schrieben sie damals sinngemäß.

    Inzwischen kommt Innovation scheinbar nicht mehr aus Stuttgart (sollte man da nicht viel eher Sorge um Arbeitsplätze haben, als wegen der Frage der Emissionsbegrenzungen?!)

  3. doc sagt:

    Ich warte ja auch schon darauf, im Sommer endlich meine Golf-TDI-Rußpartikelkanone gegen den Prius tauschen zu können.
    Der Wagen hat einfach was. “Normal ist das nicht”-Design eben. Aber ich werd ihn nicht in Grün fahren :-)

    Für den Prius gibt es übrigens ein schönes Forum (die Priusfreunde) mit einem Wiki. Und eine eigene Blog-Kategorie habe ich auch schon.

    Es gibt noch einige andere Spitzenpolitiker, die den Prius als Dienstwagen nehmen, weil es einfach kein vergleichbares Auto von heimischen Produzenten gibt.

    Der Lexus ist geil, aber leider in allen Belangen doppelt zu groß (säuft typgerecht zu viel und kostet zu viel). Aber beschleunigt wie eine Rakete :-)

  4. Prius Fahrer sagt:

    Finde auch, dass Hybridwagen durchaus nicht uncool und klein sein müssen… Die aktuellen Entwicklungen zeigen doch, dass es auch anders geht und mit meinem Prius bin ich auch nach wie vor äußerst zufrieden :) Bin schon gespannt, was jetzt aus der Krise heraus noch für Neuentwicklungen entstehen. Ich denke mit einer Flucht nach vorne in Richtung mehr Nachhaltigkeit wären die meisten Hersteller bestens beraten.

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