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Der Apostroph

ApostrophVielleicht bin ich da ja ein Pedant oder – wie man bei uns hier sagen würde: Diftelesschisser – aber mir bereiten falsch gesetzte Apostrophen geradezu körperliche Schmerzen.

Deswegen mache ich jetzt mal kurz auf Oberlehrer:

Es fängt damit an, dass viele Menschen schon gar nicht das richtige Zeichen benutzen und es mit dem Akzent versuchen. Um ein Apostroph zu setzen, drücken sie also [shift][`] und Leertaste. Das gibt dann: “Ist`s falsch?”. Alternativ läßt man das Shift weg und erhält: “Ist´s falsch?”. Die Leertaste muss man drücken, weil der Rechner nach Eingabe des Zeichens eigentlich einen Buchstaben erwartet und nicht um den Schreibfluß zu stören. Der Apostroph sitzt auf einer ganz anderen Taste, wie das Bild oben zeigt – und das ist ja auch sinnvoll, weil es ein eigenständiges Zeichen ist. Um “L’élève comprend” zu schreiben,  verknotet der Schreiber seine Finger einmal weniger als für das falsche “L`élève comprend”. Macht Sinn, oder? Ich spare mir an dieser Stelle die Litanei, dass “macht Sinn” ein reiner Anglizismus und im Deutschen vollkommen falsch ist.

Und das ist eigentlich die Überleitung vom rein typographischen Gesichtspunkt (echte Diftelesschisser lesen hierzu bei Wikipedia nach) zum grammatikalischen: Ein häufiger Fehler ist etwa die Übernahme des englischen Genitivs:

“Peters Auto” vs. “Peter’s car”.
Aber: “Claus’ Auto”.
Fitzelig wird es mit Andrea (Frau) und Andreas (Mann). Um die Unterscheidung sichtbar zu machen, kann bei ihr “Andrea’s Auto” geschrieben werden, während bei ihm “Andreas’ Auto” gilt.

Unter Apostrophitis leiden wohl all’ jene, die bei der Verwendung des Imperativ zum Apostrophen greifen. “Nimm’ das, Schurke!” steht ja nicht für “Nimme das, Schurke!”. Dabei fasse ich mir übrigens an die eigene Nase und gestehe, dass mir das früher auch oft passierte.

Ach… und es gibt noch viel mehr… ganze Webseiten kann man mit dem Thema füllen! Und bevor ich mich erst richtig in Rage schreibe (faule Ausrede für: da ich nicht abschreiben will), leite ich meine geneigte Leserschaft einfach weiter. Schließlich sind wir hier nicht umsonst im Internet :-)

Da geht’s lang! Apostrophitis bei Wikipedia

3 Kommentare zu “Der Apostroph”

  1. albert sagt:

    witzig find eich, dass die meisten in briefen nach dem “mit freundlichem gruß” ein komma setzten. übrigens finde ich es sehr interssant. jedoch bin ich eher der verfechter einer “parole in libertà”. soll heißen, dass die sprache so ist, wie sie menschen benutzen und vor allem die geschriebene sprache. alles andere ist ein machtspiel. und ich möchte nicht, dass das system sprache mich als individuum beherrscht.

    viele grüße,

    albert

  2. Mela sagt:

    Ergibt Sinn. *RENN*

  3. JC sagt:

    Mela: So lange Du nicht sowas wie “Ergib`t S´inn” schreibst, musst Du nicht vor mir flüchten :-)

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