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“Wardriving” leicht gemacht

Wardriving Man sollte ja meinen, durch die vielen entsprechenden Beiträge in Computerzeitschriften seien die Leute sensibilisiert. Sollte man. Aber da rechnet man wohl nicht mit der Unbedarftheit der User.

Eine Stunde mit dem Rechner im Fußraum des Wagens durch Wohngebiete geschlichen, gut 50% (!) der gefundenen WLANs waren offen wie Scheunentore. Kein WEP, keine Zugriffsliste, nix, niente, nada! Ich musste kein Hacker-Wissen haben, ich konnte mich ganz einfach anmelden und Google im Browser aufrufen. Hätte ich es versucht, ich bin mir ziemlich sicher: bei den meisten hätte ich auch auf die Platte gucken und so ganz gemütlich in der Privatsphäre von mir unbekannten Menschen schnüffeln können. Wahrscheinlich ist bei vielen solcher Leute der Router sogar noch im Ausliefrungszustand, so dass man sie aus ihrem eigenen WLAN aussperren könnte…

Leute! Schreibt Eure PIN mit Edding auf Eure Bankkarten und legt sie doch vor die Haustür, wenn Ihr sie gerade nicht selber braucht. Das kommt auf’s gleiche raus.

13 Kommentare zu ““Wardriving” leicht gemacht”

  1. Zucker sagt:

    Du hast nix zu tun, wa?:)
    Ist das eigentlich strafbar – mal so intressehalber?:)
    Nur weil ne Tür aufsteht darf ich ja auch nicht rein ….
    weisst Du darüber was?

  2. JC sagt:

    He, ich hatte halt den Rechner dabei und wie ich so durch die Gegend fuhr, um nach Hause zu kommen, kam mir halt der Gedanke: “guck doch mal, ob wirklich so viele Netze offen sind”.

    Was die Strafbarkeit betrifft: ich würde doch stark vermuten, dass Du dran bist, wenn Du Dich dabei erwischen lässt, wie Du bei irgendjemand auf der Platte rumschnüffelst. Oder wenn Dein Nachbar ohne Flatrate sich plötzlich über die horrenden Online-Gebühren wundert und Dir nachweisen kann, dass Du mit seinem WLAN ins Internet gegangen bist. Allerdings bin ich kein Jurist, weswegen ich mir mit diesem Beitrag jetzt blauäugig mindestens Lebenslänglich eingehandelt habe (ganz so wie die vielen Redakteure, die das in der Vergangenheit für Ihre Zeitschriften getestet haben) =)

    [§ 202a StGB: “wer sich unbefugt Daten, die nicht für ihn bestimmt und die gegen unberechtigten Zugang besonders gesichert sind, verschafft” – Hervorhebung durch mich]

  3. Zucker sagt:

    Oh, lebenslänglich!
    Und das nur um die Wahrheit da draussen festzunageln, Du mein Held :)
    Ernas und meine Bewunderung sind Dir ewig sicher! *g*

  4. JC sagt:

    DAS war es mir wert =)

  5. Jens sagt:

    Das ist der Vorteil z.B. bei der Fritz-Box. Die ist standardmäßig verschlüsselt. Zwar nur WEP, aber immerhin.

  6. JC sagt:

    Immerhin. So braucht der vorbeifahrende Wardriver wenigstens einen Schlüssel – wenn er kein Hacker ist, sucht er sich also den nächsten, vollkommen offenen Access Point. Der ist ja nicht weit. Im Zweifel einfach 100 Meter weiter wieder probieren.
    Oder – wenn die Fritz!-Box nicht mit einem zufälligen WEP-Schlüssel augeliefert wird – er kennt den ursprünglichen Schlüssel und der Eigentümer wähnt sich in Sicherheit… so wie der Nachbar eines Bekannten von mir, dessen vollkommen offener WLAN-Router von T-Online mit dem Auslieferungspasswort für den Admin “gesichert” ist.

    Komisch… seinen Schlüssel läßt doch auch niemand im Schloss stecken, wenn er sein Auto abstellt.

    (OK. Ein wenig gesurft und nun schlauer: “Ein Lob streicht indes die Fritz!Box ein, weil sie als einziges [in diesem Test, Anm.] Gerät ab Werk mit einem individuellen WEP-Schlüssel konfiguriert ist”, wie hier nachzulesen ist. Da hat also jemand mitgedacht – was ja leider nicht selbstverständlich ist.)

  7. Rayson sagt:

    @JC

    Das Problem ist: Das Auto steht doch immer da, wenn man es braucht. Dass zwischendurch mal einer damit fährt, kann ich nur erkennen, wenn ich etwas mehr Aufwand betreibe (Kilometerstände protokollieren etc.). Schwierig mit diesem immateriellen Zeuchs…

  8. JC sagt:

    Rayson:

    Naja… wenn jemand mein Auto – von mir unbemerkt – dazu benutzt, eine Bank zu überfallen, ist die Polizei wenigstens so nett, mich davon in Kenntnis zu setzen. Im Zweifel kann ich dann auch eindeutig beweisen, dass ich die Nacht allein vor dem Fernseher versumpft bin, weil meine Freundin an dem Tag ihre Eltern besuchen war.

    Du hast recht, das ist alles so schwierig zu sichern oder gar zu überwachen… sollte man gleich ganz sein lassen ;))

  9. Rayson sagt:

    Och, das meinte ich gar nicht. Erstmal müsste man ja wissen, dass es etwas zu sichern gibt. Als meine Liebste unbedingt WLAN wollte (die Kabel störten das optische Ensemble in ihrem Wohnzimmer, klar), wäre sie nie auf die Idee gekommen, dass da böse Buben mit Laptops rumfahren und sich ihres Internetzugangs bedienen könnten. Dazu braucht es entweder Menschen mit hinreichender eigener krimineller Ader (also sowas wie dich ;-) ) oder Paranoiker (also sowas wie mich).

  10. JC sagt:

    Also ich bin eigentlich auch mehr der Paranoiker =P

    Neben diversen Computer-Zeitschriften berichten ja auch für Otto Normalverbraucher “normalere” Medien über das Thema, habe ich mir zumindest sagen lassen. Aber Du hast wohl Recht… man kennt sich nicht mit Computern aus und kommt deswegen vielleicht nicht auf die Idee, so ein WLAN erfordere besondere Sorgfalt.

    Stimmt… da war mal die Sekretärin einer Firma, der ich (als sie mich wg. Internet-Problemen anrief, für die ich eigentlich nicht zuständig bin) erklären musste, dass “Netscape” mit Bestimmtheit nicht ihr Provider ist. Das hat ‘ne Viertelstunde gebraucht, bis sie das verinnerlicht hat….

  11. Rayson sagt:

    Mensch, irgendwo gab es doch mal eine Liste mit den dämlichsten DAU-Sprüchen ;-)

    Obwohl: Ich habe auch mal den IT-Service eines Unternehmens bemüht, obwohl das Problem ein zu lockerer Netzstecker war…

  12. Jens sagt:

    Wobei diese Berichte auch teilweise Panikmache verursachen können: Ich kenne mindestens einen Fall, wo aufgrund der Blitz/Brisant/Sonstwas-Berichte über unsichere WLANs sich Leute kein WLAN anschaffen wollten, weil die befürchteten, dass deren eBay-Auktionen, Homebanking-Vorgänge usw. im ganzen Internet publik werden…

  13. JC sagt:

    Rayson:

    Oh, solche Listen gibt es sicher wie Sand am Meer =) Der beste den ich je gehört habe, kam vom Händler: der Tintenpinkler einer Freundin druckte nur noch streifig. Ich traf sie zufällig in der Stadt, als sie auf dem Weg zum Händler war und begleitete sie auf ihre Bitte hin – sie hatte schon die Erfahrung gemacht, dass der Frauen prinzipiell nix zutraut. Dort schilderte sie dem Händler ihr Problem (hätte sie mir das vorher erzählt, hätten wir uns den Weg sparen können) und der meinte trocken, sie müsse die Festplatte defragmentieren. Mir fiel die Kinnlade runter und ich fing an zu lachen und zog sie wortlos am Ärmel aus dem Laden. Bei ihr zuhause dann die Hersteller-CD eingelegt und das Reinigungsprogramm gestartet. Was ein Wunder: danach er druckte wieder sauber ;)

    (Achja: ein halbes Jahr später war der Laden zu *g*)

    Jens:

    Naja… Wer auch Blitz und Co. gutgläubig konsumiert… *hüstel* glaubt wahrscheinlich auch alles, was in der “Bild” steht ;)

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