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Gewalt im Namen Gottes

Gewaltaufrufe, könnte man dieser Tage meinen, seien eine Spezialität islamischer Fundamentalisten, vulgo Islamisten. Aber was ist dann der Bush-Unterstützer und ehemalige Präsidentschaftskandidat der amerikanischen “Republikaner” Pat Robertson, der sich derzeit als TV-Prediger verdingt?

Spiegel Online zitiert ihn wie folgt:

“Wenn er [Venezuelas Staatschef Chavez, Anm. d. V.] glaubt, wir wollten ihn umbringen, dann ist das genau das, was wir tun sollten”

Weiter bemerkt er, dass das billiger sei, als einen Krieg zu führen. Da sprüht uns doch die christliche Nächstenliebe entgegen, der absolute Glaube an Gott und die zehn Gebote. Nein? Jedenfalls ist es eines der vielen Beispiele dafür, dass es keine Spezialität einer einzigen Glaubensgemeinschaft ist, Hass zu predigen.

Update (24.08.05 – 8:50): Inzwischen hat sich das US-Außenministerium von Robertsons Aufforderung distanziert, wie Spiegel Online berichtet.

8 Kommentare zu “Gewalt im Namen Gottes”

  1. Maik sagt:

    So ist es. Aber wenn christliche Fundamentalisten so etwas äussern, gibt es keinen Aufschrei. Haut Bin Laden ein neues Video raus ist gleich “die ganze Welt” in atem… scheinheillig.

  2. nite owl sagt:

    Chavez ist zwar erst auf dem Weg zur totalitären Diktatur, aber Tyrannenmord dürfte passend sein und unauswechlich werden um sich von ihm zu befreien.

    Und das Chavez für seine Provokationen insbesondere gegen die USA nicht gerade geliebt wird dürfte auch klar sein.

  3. JC sagt:

    Nun, die USA betrachten so manches als Provokation, was ihre Hegemonialstellung in Frage stellen könnte. Das ist aus ihrer Sicht auch verständlich – ebenso ist allerdings verständlich, das die lateinamerikanischen Staaten sich nicht besonders gerne als Quasi-Kolonien sehen wollen und ihre eigenen Interessen über die US-amerikanischer Konzerne stellen.

  4. nite owl sagt:

    Chavez handelt und redet nicht im Sinne seines Volkes, wenn er Nähe zu Castro und China sucht und die USA massiv attackiert.

    Zudem im Land selbst die Gewaltenteilung beseitigt wird, und die Verarmung der Bevölkerung zunimmt – bei gleichzeitigen populären Aktionen bei den Ärmsten im Umfeld von wahlen, mit denen Chavez die staatskasse für seine Zwecke mißbraucht.

    Siehe auch http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=10&land_id=186

    Je früher Venezuela von diesem Regime befreit ist umso besser.

  5. JC sagt:

    Je früher Venezuela von diesem Regime befreit ist umso besser.”

    Von mir aus. Aber nicht durch Mord.

  6. nite owl sagt:

    Tyrannenmord ist nicht immer die schlechtste Wahl.

    ok, man muß es nicht umbedingt eilig damit haben…

    übrigens sehe ich keinerlei Bezug zu religiösem bei dem Zitat, auch nicht wenn der Zitierte ein ehemaliger politiker und nun “TV-Prediger” ist

  7. JC sagt:

    Wenn er es ein seiner “Funktion” als Fernseh-Pfarrer – während seiner Show – äussert… dann hat es keinen Bezug zu Religiösem?

    Zum Tyrannenmord: es ist das eine, wenn etwa ein Stauffenberg in einer vollkommen aussichtslosen Situation versucht, einen Diktator zu ermorden oder wenn eben ein TV-Pfaffe in den USA fordert, den demokratisch gewählten Präsidenten Venezuelas zu ermorden. Auch wenn man über dessen demokratische Legitimation streiten mag: ich vermisse im von Dir angegebenen Bericht des AA die Feststellung von Greueltaten gegen die eigene Bevölkerung oder einen anderen Staat.

  8. Rayson sagt:

    Jedenfalls ist es eines der vielen Beispiele dafür, dass es keine Spezialität einer einzigen Glaubensgemeinschaft ist, Hass zu predigen.

    Natürlich nicht – aber es gibt im Moment nur eine einzige, die weltweit genügend Anhänger auf die Beine bringt, den Hass auch angemessen in die Tat umzusetzen. Und die, nebenbei bemerkt, es völlig ok findet, Zivilisten, Frauen und Kinder als Ziele zu wählen.

    Nicht, dass ich die Ermordung Chavez befürworten würde, aber ich sehe da schon einen kleinen Unterschied, ob jemand mit Mord bedroht wird, der sich selbst nicht nur einer äußerst martialischen Sprache befleißigt, sonder höchstwahrscheinlich auch Finanzier von Bügerkriegsparteien auftritt, oder ob sich jemand einfach wahllos alle als prinzipiell tötungswürdige Feinde herauspickt, die nicht so sind wie er.

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