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Wirbelstürme, Erdbeben, politisches und wirtschaftliches Chaos – Hiobsbotschaften aus Haiti wechseln sich ab. Seit dem Erdbeben Anfang Oktober 2018, das hauptsächlich schwere Gebäudeschäden versucht hatte, schien sich die Lage in dem Land langsam ein wenig zu beruhigen.

Aber nachdem Venezuela seine Ölförderung weitgehend heruntergefahren hatte und Haiti nicht mehr in den Genuss günstiger Konditionen kam, brachen im Februar dieses Jahres nach Berichten über die enorme Korruption im Land – viele Milliarden Dollar sollen durch den Regierungsapparat beiseite geschafft worden sein – Unruhen aus. Sie verstärkten sich im Juni noch so sehr, dass das Land inzwischen völlig gelähmt ist. Die gesamte Bevölkerung scheint auf den Straßen zu sein. Demonstranten aller Couleur blockieren die Straßen, bewaffnete Banditen verbreiteten Angst und Schrecken, gegen den die Ordnungskräfte nichts ausrichten konnten. Das gesamte öffentliche Leben ist zum Erliegen gekommen. Die Schulen sind geschlossen, die haitianische Währung verliert dramatisch an Wert. In manchen Gegenden herrscht großer Mangel an Lebensmitteln, da die LKWs nicht fahren können.

Der Präsident hat wiederholt seine Absicht bekundet, nicht zurücktreten zu wollen. Er hat eine Delegation in die USA geschickt, um Lieferungen von Nahrungsmitteln zu erhalten, denn er wird von der US-Regierung – nicht von der EU – gestützt.

Und wie sieht es in Grande-Plaine aus? Die Haitianer scheinen das alles mit einer bewundernswerten Gelassenheit zu ertragen. Sie schlagen sich irgendwie durch. Die von uns mitfinanzierten Projekte Gemüseanbau, Gefügel- und Rinderzucht tragen jetzt Früchte. Da die produzierenden Bauern ihre Waren nicht auf den Märkten verkaufen können, verbrauchen sie sie selbst. Nach Aussagen von Gaston Jean herrscht in Grande Plaine – noch! – keine Hungersnot. Das Wetter war günstig und die Ernten durchaus zufriedenstellend.

Aber die Aktivitäten der A.O.G. stagnieren, da Güter zur Versorgung nicht angeliefert werden können. Grande-Plaine ist keine Insel der Seligen. Somit hat auch die HAITI-HILFE FALKENSTEIN dazu beigetragen, dass die Menschen dort
bislang überlebt haben. In manchen Bereichen ist die A.O.G. weiterhin sehr aktiv, vor allem in der Heranbildung junger Nachwuchskräfte. Hoffen wir, dass es bald eine Lösung in der politisch verfahrenen Situation gibt, denn die Bevölkerung kann das nicht endlos lange ertragen.

Unsere Hilfe ist notwendiger denn je. Hoffen wir vor allem, dass es weiterhin möglich ist, Geld nach Haiti zu überweisen. Es gab ein Problem in diesem Sommer und es bedurfte mehrerer Interventionen unseres Schatzmeisters und des Verantwortlichen Audalbert Norvilus vor Ort, die Empfangsbestätigung von der Unibank zu bekommen.

Wir danken allen Spendern, die uns unterstützt haben. Auch in diesem Jahr zeigt sich, wie wertvoll – ja, lebensnotwendig unser Einsatz für die vom Schicksal gebeutelten Haitianer ist.

Werner Jordan

Betrag: 33.000 Euro entsprechend 35.640 US Dollar

Kontext: Im Januar 2019 haben wir der Association des Originaires de Grande Plaine (AOG) 35.640 US Dollar überwiesen. Die Zusammenarbeit mit der Genossenschaft besteht seit etlichen
Jahren. Ziel ist es, die Lebensbedingungen der Genossenschafts-mitglieder zu verbessern und eine nachhaltige und selbst-bestimmte Entwicklung in einem abgelegenen Gebiet Haitis zu ermöglichen.

Im Oktober 2018 haben ein Erdbeben der Stärke 5.9 auf der Richterskala und ein Hurrikan die haitianischen Departements Artibonite, Norden und Nord-Westen getroffen. Das Gebiet der
Genossenschaft (Gros Morne) gehörte dabei zu einer der am stärksten betroffenen Regionen, es kam zu etlichen Toten und viele Häuser wurden zerstört.

Die Hilfszahlung wurde in drei Maßnahmen investiert.

1. Solaranlagen und LED-Beleuchtung (9224 US Dollar)
Es wurden zehn Solaranlagen mitsamt Batterien angeschafft, die 60 Bauernfamilien (etwa 400 Personen) mit Strom versorgen. Damit werden LED-Leuchten (4 Watt) betrieben und Handys
aufgeladen. Die LED-Leuchten ersetzen Kerosinlampen. Dadurch wird das Risiko eines Brandes und einer Atemwegsinfektion minimiert, da die Lampen schädliche Gase absondern.

2. Widerstandsfähigkeit und Kampf gegen den Klimawandel (Aufforstung) (6961 US Dollar)
Die AOG versucht, gegen die Zerstörung der Umwelt im unmittelbaren Umfeld zu kämpfen. Dabei sollen verschiedene gesellschaftliche Gruppen einbezogen werden: Bauern, Schüler und Jugendliche. Um gegen die Zerstörung des Waldes, die Erosion und die Wüstenbildung vorzugehen, hat die AOG mehrere Gruppen gegründet. Eine Gruppe pflanzt Bäume während der zwei Regenzeiten im Jahr.Die Beteiligten werden mit Setzlingen ausgestattet, die sie an ausgesuchten Orten pflanzen. Gleichzeitig werden Schüler und Kinder für die Wichtigkeit der Bäume und der Natur sensibilisiert und ihre Eltern über die Folgen wahlloser Baumfällungen unterrichtet. Mit dem Geld der Haiti-Hilfe wurden 1500 Obstbaum-Setzlinge und 5844 Waldbaum-Setzlinge finanziert. Außerdem haben 23 Haushalte eine Unterstützung für das Umgestalten ihrer Parzellen erhalten, um die Bäume zu pflanzen.

3. Entschädigung und Unterstützung von Bauernfamilien in Schwierigkeiten (19455US Dollar)
Das Erdbeben und der Hurrikan haben in Gros Morne große Schäden angerichtet. Mehrere Hütten, die im Bericht „abris de fortune“ bezeichnet werden, sind zerstört worden. Die Bewohner mussten unter Planen und Bäumen Schutz suchen, was eine einmalige Situation darstellte und die Menschen in Verzweiflung hat versinken lassen. Hinzu kamen große Ernteausfälle und der Verlust von Vieh. Um diesen Menschen zu helfen, wurden 50 Prozent der Mittel eingesetzt. 18 Haushalte wurden beim Wiederaufbau ihrer Häuser unterstützt, 19 Haushalte bei der Reparatur und 25 Landwirte beim Ankurbeln ihrer landwirtschaftlichen Aktivität.

Insgesamt haben mehr als 1000 Menschen direkt von der Hilfe profitiert.

 

Jannik Jürgens

Seit nun vierzig Jahren ist die Haiti-Hilfe Falkenstein e.V. in der
Entwicklungszusammenarbeit aktiv, allerdings ist die fort-bestehende Hilfe notwendiger denn je. Laut Weltrisikoindex befindet sich Haiti auf Rang 21 von 173 Ländern. Hierbei werden
verschiedene Indikatoren zur Berechnung einer wahrscheinlichen Naturkatastrophe ermittelt. Daher ist es umso wichtiger, dass es eine nachhaltige und wetterbeständige Entwicklungs-zusammenarbeit in Haiti gibt, um dort einen nennenswerten Erfolg zu erreichen. Bei solchen Gesprächen kam ich mit meinem Mitbewohner und Bundesbruder Jannik Jürgens zu der Überlegung, dass ein Fortbestand eines solchen Vereins unerlässlich ist. Mit dem Bewusstsein, dass die aktuellen Vorstände der Haiti-Hilfe in einem wesentlich höheren Semester als wir beide sind, haben wir uns für eine Kontaktaufnahme entschieden und im Spätsommer 2018 das erste Mal miteinander gesprochen. Nach mehreren Telefonaten traf man sich mit den Bundesbrüdern Hermann Remaklus, Werner Jordan, Peter Radermacher und tauschte sich über die regelmäßigen Aufgaben und langfristigen Ziele des Vereins aus. Mit am Tisch saß auch mein Confux und langjähriger Mitbewohner Manuel Schluck, welcher sich ebenfalls für unsere Idee motivieren ließ. Glücklicherweise konnte unser haitianischer Kontaktmann Gaston Jean an diesem Gespräch teilnehmen und uns wertvolle Einblicke in die aktuelle Lage vor Ort geben. Die informationsreiche Konversation endete allerdings für uns drei Inaktive in einer unvorhergesehenen Überraschung:
„Könnt ihr euch vorstellen, schon bei der morgigen Haiti-Hilfe Sitzung zum Vorstand gewählt zu werden?“

Überrumpelt und zugleich geehrt musste erst mal ein Schluck Bier den Rachen herunter. Es folgten rege Diskussionen und wir entschieden uns für einen Kompromiss. Infolgedessen
wurde ich bei der anstehenden Sitzung auf den freien vierten Vorstandsplatz gewählt sowie Manuel Schluck und Jannik Jürgens in den erweiterten Vorstand. Der aktuelle Vorstand blieb
bestehen. Das soll nicht bedeuten, dass ich durch den Überraschungseffekt in den Vorstand gerutscht bin, sondern dass es eine bewusste Entscheidung für das langfristige Fortbestehen
der Haiti-Hilfe sein soll. Diese klare Entscheidung wurde vor allem gefällt, da unser Bbr. Radermacher noch langfristig mit im Vorstand verweilen wird.

Dies war die Kurzgeschichte der neuen Vorstandsgeneration der Haiti-Hilfe Falkenstein, welche nun auch eigene Ideen umsetzen möchte. Dies ist erst durch die bisherige beständige Arbeit des Vereins möglich.

Kurzfristige Ziele sind vor allem;
(1) Begeisterung der jüngeren Generation bei Fl! (aktueller Altersschnitt bei 60 Jahren)
(2) Bekanntmache innerhalb des Freiburger CVs
(3) Jährliche Veranstaltung im Semesterprogramm der Falkensteiner Aktivitas
(4) Halbjährlicher Newsletter über aktuelle Projekte/Geschehnisse
(5) Artikel in der Cartellverbandszeitschrift „ACADEMIA“

Wichtig ist uns vor allem, dass das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ fortgeführt wird, welches durch die guten institutionellen Strukturen in der Partnerregion in Haiti möglich ist. So sollen die dort diskutierten und abgestimmten Projekte mit unseren Mitteln umgesetzt werden, damit ein effizienter Fortschritt erreicht werden kann. Allerdings habe ich mir auch noch ein eigenes Ziel für die kommende Zeit gesetzt – meine Französischkenntnisse auffrischen. Glücklicherweise haben wir durch Jannik schon ein neues Vorstandsmitglied bei uns, welcher
Französisch auf höchstem Niveau sprechen kann, so dass ich mich in Ruhe auf ein brauchbares Hände/Füße/Mimik/Gestik-Französischniveau hinarbeiten kann.
Damit wir drei neuen Vorstandsmitglieder uns ein bestmögliches Bild von der aktuellen Situation vor Ort machen können, ist auch ein Besuch auf Haiti im Jahr 2020 vorgesehen. Nur durch die eigenen Erfahrungen und Eindrücke kann für mich eine Herzensaufgabe entstehen, damit sich ein besseres Verständnis von Problemen und Missständen entwickeln kann. Des
Weiteren bin ich über Impulse und Anregungen von allen Bundesbrüdern, Lesern, Mitgliedern und Interessenten dankbar, damit man zusammen die bestmögliche Hilfe für Haiti
erreichen kann. Ich freue mich auf die anstehenden Aufgaben und bin guter Dinge, dass wir durch die Zusammenarbeit mit dem bisherigen Vorstand alle Herausforderungen meistern können.

Michael Baumann