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Wer hat ein Motiv?

Nicht nur der Fernsehkommissar fragt nach dem Motiv. Auch z. B. Politik- oder Geschichtswissenschaftler fragen danach, wer einen Nutzen aus etwas zieht. Und genau so sollte auch der Medienkonsument – also Otto Normalbürger – immer hinterfragen. Also sich fragen: “Wem nutzt es?”

Wem nutzt es, einer menschenverachtenden Diktatur das Geschenk zu machen, die Olympischen Spiele austragen zu dürfen? Und wem nutzt es jetzt, einen Boykott zu fordern?

Tibet jedenfalls sicher nicht.

Die Regierung in Peking ist ein autoritäres Regime und kann als solches quasi per definitionem gar nicht anders, als jedem Aufkeimen von Unabhängigkeitsbestrebungen entschlossen zu begegnen. Daran ändert auch ein möglicher Olympia-Boykott nichts. Dieses Instrument hat sich immer wieder als zahnlos erwiesen, und gerade das aufstrebende Reich der Mitte wird sich kaum davon beeindrucken lassen.

Das wissen auch “Free Tibet”-Aktivisten in aller Welt. Warum also jetzt die Eskalation, warum also jetzt die Forderungen?

5 Kommentare zu “Wer hat ein Motiv?”

  1. nite sagt:

    Es nutzt Tibet, weil es Aufmerksamkeit in den westlichen Medien bringt, und man sich davon Einfluß bzw. Druck auf China verspricht.

    Die Alternativen zu diesem Vorgehen jetzt sind tibetischer Terrorismus und, schon lange versucht und erfolglos: das Reisen und werben des Dalai Lama oder eines Richard Gere.

    “Die Regierung in Peking ist ein autoritäres Regime und kann als solches quasi per definitionem gar nicht anders, als jedem Aufkeimen von Unabhängigkeitsbestrebungen entschlossen zu begegnen.”

    Es ist ja nicht so als ob es hier alleine um tibetischen Seperatismus bzw. Nationalismus ginge (der durchaus Berechtigung hat), sondern um das überleben einer Kultur und die Freiheit der Menschen ansich.

  2. JC sagt:

    Das Überleben dieser Kultur und die Freiheit der Tibeter sind natürlich wichtig, gar keine Frage.

    Aber wo waren die Medien und “unsere” öffentliche Meinung, als Peking für die Spiele ausgewählt wurde? Und was wird die jetzt erlangte Aufmerksamkeit bewirken? Ich bin wenig optimistisch.

  3. nite sagt:

    Es gab auch während der Auswahl des Olympia-Austragungsortes Proteste und Bedenken.

    Wobei es für Tibet (und alle die mit der Sache sympathisieren) ja wie gesagt gar nicht so schlecht ist wenn Olympia einen Anlass bietet für Medienaufmerksamkeit – gleiches hofft das chinesische Regime natürlich.

    Wem vorallem etwas am Sport liegt der hätte sich gegen Peking entscheiden sollen – gleiches würde zB für Moskau (Tschetschenien) gelten. Zumindest der Sport-Interessierte mit ein klein wenig Bewußtsein und Interesse für Politik.

    Was die Aufmerksamkeit bewirken kann? Keine Ahnung, alles und nichts. Und ein wenig etwas ist schon besser als nichts. Mit Optimismus hat das was ich hier schreibe nichts zu tun.
    Was die staatlichen Repressalien in autoritären Staaten betrifft: die laufen sowieso. Da wäre dann auch zu Fragen ob das was derzeit geschieht wirklich eine Eskalation ist, oder ob man nur ein klein wenig mehr mitbekommt als sonst.

  4. nite sagt:

    “…gleiches hofft das chinesische Regime natürlich.”

    gleiches meint hier Instrumentalisierung der Spiele zur eigenen Selbstdarstellung.

  5. JC sagt:

    Ich befürchte allerdings, dass Peking viel nervöser reagiert. Gerade weil es sich sein Propaganda-Instrument nicht kaputt machen lassen will.

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